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Centgemeinde Reichartshausen

St. Martin in Reichartshausen

Bei Einbruch der Dunkelheit ist er uns begegnet…

 

Sankt Martin war unterwegs, um die Laternen zu bewundern, die von den großen und kleinen Einwohnern von Reichartshausen ins Fenster gestellt worden sind.

Licht und Wärme teilen ist ja schon immer ein großer Wunsch von Martin gewesen. Als junger Mann war er Soldat. Er kämpfte für den römischen Kaiser. Zusammen mit den anderen Soldaten lebte er in der Stadt. Den ganzen Tag waren sie im Auftrag des Kaisers unterwegs und sorgten für Recht und Ordnung.

 

An einem kalten Winterabend ritt Martin mit seinen Freunden nach Hause. Ein eisiger Wind wehte ihnen entgegen und blies die Schneeflocken ins Gesicht. Der Weg führte durch einen dunklen Wald, man sah kaum die Hand vor dem Gesicht. Die Freunde sprachen kein Wort, um die wilden Tiere nicht aufzuschrecken. Endlich erreichten sie den Waldrand und sahen von weitem die Lichter in ihrem Dorf.

Sie ritten um eine Kurve und sahen am Wegrand einen Mann sitzen, der nur ein dünnes Hemd trug und vor Kälte am ganzen Körper zitterte. Da zügelte Martin sein Pferd. Er wollte helfen!

Mit dem Schwert teilte er seinen Mantel. Die eine Hälfte behielt er für sich, die andere Hälfte gab er dem Mann, der sich dankbar darin einhüllte. Die Soldaten lachten ihn aus, als sie Martin mit seinem halben Mantel sahen. Doch Martin kümmerte es nicht.

 

In der Nacht hatte er einen Traum. Er sah Jesus, der die Hälfte seines Mantels trug. Jesus sagte zu ihm: „Du hast dem armen Mann geholfen. Damit hast du mir geholfen.“

Da wusste Martin, dass er kein Soldat mehr sein wollte. Er wollte zu Jesus gehören. Martin ließ sich taufen und wurde Pfarrer. Die Menschen mochten ihn sehr. Er nahm sich Zeit für sie und hörte ihnen zu, wenn sie mit ihren Sorgen und Nöten zu ihm kamen. Viele nahmen ihn als Vorbild und wollten leben wie er.

 

Eines Tages wollten die Menschen aus der nahe gelegenen Stadt ihn zu ihrem neuen Bischof ernennen. Ein Bischof kümmert sich um die Pfarrer und die Kirche im Land.

Aber Martin wollte kein Bischof sein. Viel lieber wollte er weiterhin ruhig und zurückgezogen leben. So versteckte er sich in einem Gänsestall. Doch die aufgeschreckten Gänse schnatterten so laut, dass die Menschen nachsahen

und Martin im Stall entdeckten.

 

Martin wurde Bischof und erfüllte seine Aufgabe gut. Er reiste durch das ganze Land und sprach mit den Menschen. Mit Freude erzählte er überall von Jesus. Er kümmerte sich um die Kranken und teilte alles, was er hatte mit den Armen.

 

Martin ist auch für uns heute ein Vorbild. Er hat gezeigt, wie einfach es ist, zu teilen. Jedes Jahr am 11. November denken wir an ihn und ziehen mit unseren Laternen durch die Straßen. Wir hoffen, dass wir dies im nächsten Jahr wieder tun können.

 

Dieses Jahr freuen wir uns an den Laternenfenstern und bedanken uns bei Bürgermeister Jungmann, der die Kinder im Kindergarten und in der Schule mit Martinsbrezeln beschenkt hat.

 

Text und Bild: Angelika Baumgärtner

Reichartshausen