Rückblick 925 Jahre Reichartshausen Teil 1
Mit einem bunten Programm am Samstag, 24. Januar 2026 läuteten wir das Festwochenende zum 925-jährigen Jubiläum ein. Unter dem Motto „Reichartshausen feiert“ waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie auch Gäste der Nachbargemeinden gekommen. Gemeinsam lernten wir die Geschichte unseres Dorfes näher kennen. Für musikalischer Unterhaltung sorgte der Männergesangverein „Liederkranz, der evangelische und katholische Kirchenchor und der Musikverein.
Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Schilling zeigte sich sehr erfreut darüber, dass so viele Reichartshäuser der Einladung gefolgt sind und den Weg ins Centrum gefunden haben. Unter den anwesenden Ehrengästen durfte er unseren Ehrenbürger Otto Eckert sowie auch den Landrat Stefan Dallinger begrüßen.
Auch zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Kommunen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik, Kirchengemeinden, Kindergärten und Vereinen waren der Einladung der Gemeinde zu diesem besonderen Abend gefolgt.
Der stellvertretende Bürgermeister Thomas Schilling erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass es die Menschen aus vielen Jahrhunderten waren, die unseren Ort zu dem machten, was er heute ist; und es sind die Menschen, die Reichartshäuserinnen und Reichartshäuser von heute, die jetzt unseren Lebensstandard und unsere Lebensqualität garantieren. „Denn Reichartshausen ist, unsere Heimat, Reichartshausen ist der Ort, dem wir alle uns zugehörig fühlen. Das gilt für alle, die hier leben und arbeiten. Für die Familien, die ihren Stammbaum fast bis zur Ortsgründung zurückverfolgen können sowie die Familien, die erst vor kurzem hierhergezogen sind. Wir freuen uns über alle Menschen, die in Reichartshausen leben und wirken, die hier Wurzeln schlagen.“
Nach der Ansprache des stellvertretenden Bürgermeisters folgt der Musikverein mit dem Stück „Let me entertain you“.
Der Landrat Stefan Dallinger gratulierte der Gemeinde in seinem Grußwort herzlichst zu diesem besonderen Jubiläum und lobte den Zusammenhalt der örtlichen Bevölkerung. Anschließend betrat der Männergesangverein “Liederkranz“ die Bühne und präsentierte ein abwechslungsreiches musikalisches Programm.
Darauf folgte Gemeinderat Emil Eckert mit dem ersten Teil der Reichartshäuser Geschichte. Er erzählte von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1100 zur Pflanzung der Karl-Ludwigs-Eiche bis zu der wichtigen Rolle unseres Ortes als Sitz des Stüber bzw. Reichartshäuser Cents. Weiter berichtete er von der letzten Hinrichtung, die im Jahr 1780 in Reichartshausen auf dem Stiefelberg stattfand. Um dem Publikum die bewegende Geschichte unseres Ortes und der Menschen die 1945 hier lebten näher zu bringen trug Emil Eckert Berichte von Zeitzeugen vor. Diese wurden anlässlich der Andacht „80 Jahre Kriegsende“ von Pfarrerin Zollinger im letzten Jahr zusammengetragen. Bei verschiedenen Punkten im Ort machte er halt und berichtete von den Menschen und Ihren Schicksalen damals.
Nachfolgend bereicherte der evangelische Kirchenchor das Abendprogramm mit einigen Liedbeiträgen. Gemeinderat Bruno Dentz berichtete im zweiten Teil der Ortsgeschichte von der Nachkriegszeit bis zur 900 Jahr Feier im Jahr 2000.
In dieser Zeit ist Reichartshausen steig gewachsen. Es wurden viele Neubaugebiete erschlossen um der wachsenden Bevölkerung die Möglichkeit zu geben sich hier niederzulassen. Neben der Pflege und Unterhaltung öffentlicher Anlagen kamen auf die Gemeinde weitere Aufgaben auf vielen Gebieten in der Gesamtgemarkung hinzu. Der erste Bauhof wurde eingerichtet, das Schulhaus wurde mehrfach erweitert und auch die Turn- und Kulturhalle, heute als Centrum bekannt, erfuhr mehrere Renovierungen in diesem Zeitabschnitt. Das historisch bedeutende Rathaus wurde 1951 abgerissen und durch einen Neubau an seinem jetzigen Standort in der Rathausstraße ersetzt.
Spiel- und Sportplätze wurden gebaut und eines der heute noch wichtigsten Einrichtungen für Reichartshausen wurde errichtet: unser beheiztes Freischwimmbad.
Aber auch in diesen Zeiten gab es Rückschläge für Reichartshausen: Der verheerende Wirbelsturm Wiebke vernichtete in der Nacht vom 28. Februar zum 1. März 1990 ca. 65ha Waldbestand, der hiebreif war; für die Gemeinde ein langfristiger und finanzieller Schaden. Doch unser Ort ließ sich nicht unterkriegen und entwickelte sich stetig weiter. Der Kindergarten Arche wurde saniert und 1994 durch den zweiten Kindergarten Regenbogen ergänzt. Das umfangreiche Freizeitangebot wurde durch weitere öffentliche Anlagen in Ortsmitte, Kinderspielplätze, Wanderwege, Waldparkplätze erweitert. Ergänzend hierzu wurde unser überregional bekannter Zeltplatz mit Grillhütte und Sanitärgebäude gebaut. Auch bei der Instandsetzung der Infrastruktur hat die Gemeinde stets ihre Hausaufgaben gemacht: so wurde die Wasserversorgung 1997 saniert und um einen Hochbehälter und eine zugehörige Förderleitung ergänzt, die Waldstraße und die Straße „Am Geißbuckel“ wurden saniert. Im selben Jahr, 1999, wurde auch der Spatenstich für das Neubaugebiet „Hiehl III“ durchgeführt und die Arbeiten hierzu begannen. Nach der Jahrtausendwende fand im Jahr 2000 das bis dato größte Fest der Gemeinde statt: die 900-Jahr-Feier. Gefeiert wurde das Ganze mit Festbankett, großer Heimatausstellung, stimmungsvoller Abendunterhaltung und einem großen historischen Festumzug. Das bunte Programm hatte für jeden etwas zu bieten.
Mit den Feierlichkeiten der 900-Jahr-Feier beendete Bruno Dentz den zweiten Teil der Reichartshäuser Geschichte und machte die Bühne frei für den katholischen Kirchenchor. Die Sängerinnen und Sänger trugen dem Publikum einige Stücke aus Ihrem Repertoire vor.
Der 2. Stellvertretende Bürgermeister Thorsten Koder berichtete im dritten Teil der Reichartshäuser Geschichte von den Entwicklungen im Ort ab 2001 bis heute. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich in Reichartshausen einiges getan. Durch Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Lebensqualität wurde die Gemeinde zukunftsfähig aufgestellt. Den Auftakt bildete die Rathaussanierung (2003) inklusive der Erweiterung um das Dienstleistungszentrum KOMM-IN. Mit der Einrichtung des Kinderrestaurants 2009 hat die Gemeinde Reichartshausen einen wichtigen Beitrag in Sachen Familienfreundlichkeit geleistet. Auch die Bildung kam nicht zu kurz: 2009 wurde die energetisch sanierte Grundschule feierlich in „CentGrundschule“ umbenannt. Mit der Erschließung des Wohngebietes „Im Trieb-Krummenacker“ (2007) und der Sanierung der Hauptstraße inklusive des neuen Gänsgartenbrunnens und dem Seigessl (2010–2012) wurden wichtige Akzente im Ortsbild gesetzt. Ein technisches Highlight war die Inbetriebnahme der Holzhackschnitzelanlage (2009). Unvergessen bleibt der „Sommertraum 2010“, der über 5.000 Besucher anlockte. Für die Vereine bildet das 2015 eingeweihte „Centrum“ heute den Mittelpunkt im Übungs- und Probenbetrieb. Durch die Erschließung des Wohngebietes „Bettelmannsklinge“ konnte unser Ort auch in den letzten Jahren noch weiterwachsen. Ein besonderes Erfolgsprojekt ist der Ruhehain unter den Eichen: Seit der Eröffnung 2008 stieg die Nachfrage nach naturnahen Bestattungen so stark an, dass die Anlage mehrfach erweitert wurde – der Abschluss der dritten Erweiterung ist für Frühjahr 2026 geplant.
Heute blickt Reichartshausen auf eine beeindruckende Bilanz zurück: Rund 10 Millionen Euro flossen in den letzten Jahren in Projekte, die das Dorf heute so lebenswert machen. Mit diesem spannenden Rückblick auf die letzten 25 Jahre unserer Gemeinde beendete Thorsten Koder den dritten Geschichtsteil.
Musikalischer Höhepunkt des Abends war die Aufführung des Musikstückes „Santiano“, welches mit einem zu Reichartshausen passenden Text von allen singenden und musizierenden Reichartshäuser Vereinen zum Besten gegeben wurde.


